Das Ziel

Neve Shalom/Wahat al Salam - Oase des Friedens

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Übergabe der schrittweise gesammelten Spenden an Herrn Auron.
V.l.: H. Sieben, M. Enxing, Y. Auron, R. Enxing
Foto: schritt-weise e.V.
Friedlich zusammenleben und religiöse und kulturelle Unterschiede erhalten und gemeinsam kennenlernen - ein Lebenskonzept, nach dem in Neve Shalom/Wahat al Salam etwa fünfzig jüdische, moslemische und christliche Familien zusammenleben.

Gegründet wurde das Dorf, das zwischen Jerusalem und Tel Aviv liegt, von Bruno Hussar. Er selbst wurde 1911 als Jude in Kairo geboren und wuchs unter Moslems auf. Nach dem Studium  in Frankreich wurde er Christ und Priester. So bekam er im Laufe seines Lebens engen Kontakt zu diesen drei Glaubensrichtungen und fühlte sich zeit seines Lebens allen dreien sehr verbunden. Bruno Hussar starb 1996 in Jerusalem und wurde in Neve Shalom/Wahat al Salam beerdigt.

Gleichberechtigung, das ist die Grundidee, durch die das (Zusammen-)Leben in Neve Shalom/Wahat al Salam funktioniert. So wird zum Beispiel sowohl hebräisch als auch arabisch gesprochen und die wichtigsten Funktionen und Positionen im Dorf werden möglichst gleichmäßig auf die verschiedenen Kulturen aufgeteilt.
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Ein arabisches und ein jüdisches Mädchen spielen bei einer Dorffeier harmonisch zusammen – Aus Neve Shalom/Wahat al Salam
Foto H. Sieben

Alle pädagogischen Einrichtungen des Dorfes sind zweisprachig und bikulturell, angefangen von Kinderkrippe und Kindergarten bis zur sechsklassigen Grundschule und der neuen Junior High School, die im September 2003 eröffnet wurde. Besucht werden sie von ca. 300 jüdischen und arabischen Kindern, die aus dem Dorf und - zu fast 90 % - aus den jüdischen und arabischen Orten der Umgebung kommen. Einige dieser Kinder nehmen für den Besuch dieser zweisprachigen Schule einen täglichen Schulweg von bis zu 80 Kilometern auf sich.

Ein ganz besonderes Anliegen ist den Dorfbewohnern ihre Friedensschule (The Neve Shalom/Wahat al-Salam School for Peace (SFP)). Seit sie 1979 gegründet wurde, werden hier jüdisch-arabische Begegnungsprogramme angeboten, in denen arabische und jüdische Jugendliche häufig erstmals in persönlichen Kontakt miteinander treten und ihre Situation und ihre Probleme schildern. Die Begegnung auf dieser persönlichen Ebene regt zur direkten Auseinandersetzung an und führt zu mehr Verständnis. Die Teilnehmer tragen diese Erfahrungen weiter in ihr persönliches Umfeld und dienen damit als Multiplikatoren.

Inzwischen haben rund 40.000 Juden und Palästinenser an den Programmen der Schule teilgenommen. Die Veranstaltungen finden nicht nur auf dem Schulgelände, sondern auch an anderen Orten innerhalb Israels, Palästinas und in den besetzten Gebieten statt. Die Arbeit von SFP erstreckt sich mittlerweile aber auch über den Mittleren Osten hinaus. Verschiedenste Organisationen in Europa (z.B. aus Nordirland, Zypern, dem Kosovo und den USA) haben sich an die SFP gewandt, um sich deren Methodik anzueignen und Erfahrungen auszutauschen.